Rund 50 Gemüsearten auf permanenten Beeten, sechs Pilzsorten aus dem eigenen Keller, Microgreens, Honig — und einiges, was nebenher entsteht. Das alles auf rund 1400 Quadratmetern in Grünau im Almtal.

Aufgeschnittener Rettich aus dem eigenen Anbau

Gemüse

Rund 50 Arten, dazu alte Sorten

Bei uns stehen rund 50 verschiedene Gemüsearten — von Salaten über Fisolen und Erbsen bis zu Tomaten, Zucchini, Süßkartoffel, Spargelsalat, Erdbeeren, Mairüben und Physalis. Von den meisten Arten haben wir zusätzlich alte Sorten und Raritäten, sodass echte Vielfalt entsteht.

Alles wächst auf permanenten Beeten im No-Dig-System: Der Boden wird nicht umgegraben, der Kompost kommt obenauf, das Bodenleben macht die Arbeit. Das meiste im Freiland, dazu ein Folientunnel von sechs mal zwanzig Metern für Tomaten und Paprika.

Gedüngt wird ausschließlich mit Kompost, Mist, Pflanzenjauchen, Steinmehl und effektiven Mikroorganismen. Von der Anzucht bis zur Ernte kommt kein einziges künstliches Mittel zum Einsatz.

Frisch geernteter Paprika aus dem Folientunnel

Aus dem Keller

Pilze

Pom-Pom-Pilz, auch Igelstachelbart genannt, aus eigener Zucht

Unsere Pilze wachsen auf Regalen in unserem Keller, auf Biosubstrat aus Bio-Stroh und Holz. Das Substrat wird mit der Pilzbrut beimpft, und nach der Wachstumsphase können wir ernten.

Danach wird das abgeerntete Substrat zu hochwertigem Kompost — der wiederum auf unseren Beeten landet. Ein geschlossener Kreis, bei dem nichts übrig bleibt.

  • Austernpilz — erinnert im Geschmack an Kalbfleisch und entwickelt beim Erhitzen kräftiges Umami. Er enthält alle für den Menschen notwendigen Aminosäuren, viele Ballaststoffe und Mineralstoffe, ist dabei fettfrei und durch die geringen Purinanteile auch für Rheuma- und Gichtpatienten geeignet.
  • Kräuterseitling — kräftig und herzhaft, erinnert an Steinpilz. Festes Fleisch, das beim Garen bissfest bleibt. Hervorragend zum Grillen.
  • Shiitake — aromatisch, leicht knoblauchartig, in Ostasien „König der Pilze“.
  • Pom Pom — auch Igelstachelbart oder Löwenmähne genannt. Einer der wenigen Pilze, die gekocht ein deutliches Hummer-Aroma entwickeln. Dekorativ, korallenartig, eine echte Delikatesse.
  • Rosenseitling — dunkelrosa bis grau, im Aroma erinnert er an Speck. Je feiner geschnitten, desto ausgeprägter. Ersetzt in Gröstl, Knödeln und Saucen den Speck.
  • Limonenseitling — leuchtend gelb, fein und frisch im Geschmack, passt besonders gut zu hellem Fleisch und weißem Fisch.

Rosen- und Limonenseitling gibt es bei uns nur ab und zu.

Jung geerntet

Microgreens

Microgreens sind junge Gemüsepflanzen im Keimlingsstadium — das bekannteste ist die Kresse. Ihre Nährstoffdichte ist um ein Vielfaches höher als beim ausgewachsenen Gemüse: Rotkraut-Microgreens enthalten pro Gramm rund 260-mal so viel Beta-Carotin, 6-mal so viel Vitamin C und 40-mal so viel Vitamin E wie ausgewachsener Rotkohl.

Der Unterschied zu Sprossen liegt im Licht. Microgreens ergrünen, bilden Chlorophyll und damit hochwertiges Eiweiß — aus dem Samen wird eine kleine Pflanze mit eigener Kraft.

Geschmacklich reicht die Bandbreite von mild und erfrischend bis scharf-würzig und süßlich, immer deutlich intensiver als beim ausgereiften Gemüse. Im Salat, auf Suppe, im Smoothie, auf dem Butterbrot oder als Topping.

Microgreens in Anzuchtschalen

Seit 2020

Bienen und Honig

Bienenstöcke im Sunnseitgarten, davor frisch geerntetes Gemüse

Martin imkert seit 2020. Inzwischen sind es rund 15 Bienenstöcke, die meisten davon bei uns im Garten. Bienen kann man bekanntlich nicht einzäunen — aber weil es im weiten Umkreis keine konventionelle Feldwirtschaft gibt, können wir zu unserem Honig wirklich Bio sagen.

Wir arbeiten im angepassten Brutraum mit Dadantmaß in Holzbeuten und halten Carnica- und Buckfastbienen. Das Wachs wird regelmäßig auf Pestizidrückstände untersucht. Gegen die Varroamilbe arbeiten wir vor allem mechanisch und setzen nur sehr wenig organische Säure ein — und das ausschließlich nach der Honigernte. Zugefüttert wird im Winter nur mit Biozucker.

Es gibt Sommerhonig, Cremehonig und Waldhonig. Und die eine oder andere Biene bekommt auch ihre Streicheleinheiten, wofür wir gelegentlich mit einem Stich belohnt werden.

Und außerdem

Was sonst noch bei uns wächst

Jungpflanzen. Die meisten Jungpflanzen für den eigenen Garten ziehen wir selbst — und im Frühjahr immer etwas mehr, sodass sich beim Jungpflanzenmarkt auch andere eindecken können. Tomaten- und Paprikararitäten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kräuter, Salat und die eine oder andere Blume. Wir verwenden nur Sorten, die sich bei uns bewährt haben. Sie wachsen von Anfang an unter direktem Sonnenlicht in einem kleinen Folientunnel mit beheizbaren Tischen — dadurch sind sie robuster.

Hühner. Im Stall gegenüber vom Garten wohnen rund 60 Hühner — braune Legehennen, Grünleger, Weiße, Sperber und ein paar Sulmtaler. Ab etwa neun Uhr genießen sie ihren großen, mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Auslauf. Besuchen darf man sie jederzeit, wenn sie draußen sind.

Obstbrände. Unser Obst brennen wir in einem alten, holzbefeuerten Kupferkessel. Weil der Obstkorb begrenzt ist, entstehen nur kleine Mengen — Trauben-, Zwetschken-, Birnen- und Apfelbrand, dazu ein Bananengeist aus geretteten Biobananen.

Sonne im Glas. Aus Gemüse, Pilzen und Microgreens kochen wir in unserer eigenen Küche ein: Kürbissalat, Senfgurken, Gurkensalat, Zucchinisalat, Letscho, Gemüsesugo und Zucchinisticks. Alle Gewürze und Essige dafür sind ebenfalls Bio.

Ein Sämling aus der eigenen Anzucht

Heuer ist es ruhiger: Hofladen, Ab-Hof-Verkauf und Gemüsekiste gibt es diese Saison nicht. Pilzzucht und Imkerei laufen weiter, und was der Garten hergibt, kommt in kleineren Mengen in den Biomarkt Gmunden. Mehr dazu unter Über uns.